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Den Raum einfangen - StereoskopieKann die Fotografie in der Zeit um 1850 zwar nicht die Farbe und Bewegung der Natur wieder geben, so findet sie doch einen Weg, die Tiefe einer räumlichen Darstellung mit einem faszinierenden Trick einzufangen. Bei der Stereoskopie wird das Prinzip des Sehens mit zwei Augen, das die Tiefenwirkung eines Bildes schafft, aufgenommen. Unser Gehirn empfängt beim Sehen zwei leicht versetzte Bilder, die es zu einem einzigen, räumlichen zusammensetzt. Um dieses Prinzip zu kopieren, werden mit zwei Kameras, die in Augenabstand nebeneinander stehen, zwei Bilder gemacht. Werden diese im richtigen Abstand zusammen in einer speziellen Apparatur betrachtet, so wirkt das Bild tatsächlich räumlich und hat eine deutliche Tiefe.
![]() Das Holmes-Gerät zur Betrachtung von stereoskopischen Aufnahmen. Der verblüffende Effekt dieser Technik löste eine große Begeisterung aus - vor allem in England und in den USA wurde die Stereoskopie intensiv betrieben und wer es sich leisten konnte, hatte als Höhepunkt einer gesellschaftlichen Zusammenkunft eine ganze Sammlung dieser Fotos vorzuführen. |