Fotografie

Daguerrotypie

Die Geschichte der wirklichen Fotografie beginnt mit dem 18. Jahrhundert, als entdeckt wurde, dass Silbersalze lichtempfindlich reagierten, indem sie sich schwarz verfärbten. Wurden sie mir Ammoniak - später mit einer Kochsalzlösung - fixiert, behielten sie ihre dunkle Farbe bei. Silberjodid und Silberbromid eigneten sich für diese "Lichtbilder" noch besser. 1829 geht der Niépce eine Partnerschaft mit Louis Daguerre ein, der auch nach dem Tod von Niépce weiter forscht. Ihm gelingt es 1839, mit Hilfe der Silbersalze fotographische Platten zu entwickeln, die die Belichtungszeit eines Bildes von acht auf nur eine halbe Stunde reduzieren. Zudem entdeckt er, dass die Fotos sich statt mit Ammoniak mit Salzwasser fixieren lassen. Dieses erste echte fotografische Verfahren wird nach ihm Daguerrotypie genannt.

KameraHiermit beginnt der Durchbruch der neuen Kunstform: wer es sich leisten konnte, besorgte sich silberbeschichtete Platten, eine Kamera und die Ausstattung für eine Dunkelkammer und begann damit, seine Umwelt abzulichten. Die Begeisterung für die Fotografie, die jedem offen stand und für die mit dem Slogan geworben wurde, dass man keinerlei Wissen über Malerei brauchte, war sehr groß - es brach nahezu eine "Daguerreomanie" aus. Es gab jedoch auch heftige Kritik - so sahen einige puristische Kirchenanhänger den Wunsch, die von Gott geschaffene Umwelt einfach so abzulichten, als einen blasphemischen Akt an. Zudem fürchteten viele Künstler um ihren Lebensunterhalt, denn bisher waren sie es, die Portraits und Landschaftsbilder in Auftrag herstellten, was nun schrittweise durch die Fotografie übernommen werden sollte.

Die Daguerrotypie ist jedoch sehr kostenintensiv und jedes Bild kann nur einmal hergestellt werden - will man eine Kopie haben, so ist die nur dadurch zu bewerkstelligen, dass man das Motiv gleich mit zwei Kameras ablichtet. Diese beiden Umstände bringen das Verfahren bald an seine Grenzen.