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Das Abbild der Wirklichkeit
Am Anfang stand der Wunsch, die Wirklichkeit möglichst naturgetreu abbilden zu können. Während sich die Malerei, zufrieden damit, die Möglichkeiten entwickelt zu haben, anderen Bereichen wie der Darstellung der eigenen Innenwelt im Expressionismus und anderen experimentellen Kunstformen zuwandte, war es die Fotografie, die in die entstehende Lücke der Abbildung der Wirklichkeit schlüpfte. Hier war es die Technik, nicht die Kunstfertigkeit, die es ermöglichen sollte, Bilder zu erschaffen, die nicht selber interpretierten, sondern das darstellten, was es wirklich gab.
In den späteren Entwicklungen der Fotografie würde sich dieser simple Ansatz natürlich auch enorm ausweiten: dann wurde die Kamera zu einem Instrument, das dem Pinsel des Malers vergleichbar war, und mit dem sich die ästhetischen Vorstellungen des Künstlers durch eine besondere Auswahl von Ausschnitten, Motiven, Spezialeffekten und Perspektiven verwirklichen ließen. Das Wort "Fotografie" verdanken wir übrigens John Herschel, der den Begriff 1839 zum ersten Mal benutzte - es setzt sich aus den griechischen Begriffen "Licht" und "Schreiben" zusammen. |